24. Swiss Star Party vom 17.-19. August 2012

DAS war eine Starparty — eine, die ihrem Namen auch gerecht wurde, und zwar dem ersten Teil "Star", wobei "Party" auch nicht zu kurz gekommen ist. Weil sich die Wetterzuständigen der Sterngucker diesmal besonders erbarmt haben, konnten diese zwei prächtige Tage und vor allem Nächte auf dem Gurnigel ihrem Hobby huldigen und nebenbei auch vielen anderen Interessierten den ausserordentlich klaren Himmel zeigen und allerlei Phänomene erklären.

Tagsüber versammelten wir uns auf der sonnenüberfluteten Terrasse des Berghaus Gurnigel und konnten bei sehr klarer und trockener Luft den Ausblick geniessen. Die drei berner Berge Eiger, Mönch und Jungfrau lagen sehr klar wie auf dem Präsentierteller vor uns und liessen viel Vorfreude auf eine schöne und klare Nacht aufkommen. Da trotz der Lage auf 1600 m.ü.M. nicht mehr viel bis zur 30°C-Grenze fehlte, konnten wir seit langem wieder sogar auf der Terrasse unser Nachtessen einnehmen. Einige Beobachter haben ihre kurzen Hosen und T-Shirts zu ihrer neuen Beobachtungskluft erklärt oder gar neu kombiniert — Shorts mit einer Daunenjacke, Karl Lagerfeld hätte seine helle Freude gehabt.

Auf dem Panzerplatz versammelten sich vor dem Einnachten gut 100 Interessierte mit ihren Teleskopen der unterschiedlichsten Bauart: Refraktoren wie der Takahashi höchster Güte von Manuel Jung, einige EQ106, etliche Achromaten — insbesondere der 2.25m lange Halbapochromat von Beat Kohler, auf einem knapp 2m hohen Stativ montiert, ragte aus der Menge hervor. Zudem warteten mehrere grössere Dobsonteleskope bis 50cm Spiegeldurchmesser auf zahlreiche neugierige Augenpaare. Als Ergänzung fand man auch einige kommerzielle SCT's und mehrere Selbstbauinstrumente sowie einige Schlüsselanhänger auf dem sehr geräumigen Parkplatz.

Die Nacht auf den Samstag stellte sich als die etwas klarere der beiden heraus, wobei auch die Nacht auf den Sonntag sehr gute Bedingungen geboten hat. Am Freitag war es aber doch noch etwas klarer, die Grenzgrösse betrug 6.8mag (Beobachtung R.Chromik in Lyra) und es war windstill. Unter den wachsamen Augen von Götti Gantrisch und Co. hielten einige Sterngucker beharrlich bis zum Morgengrauen durch, insbesondere die Astrofotografen haben die ganze Nacht ihre Kameras gegen den Himmel gerichtet und zahlreiche Photonen in elektrische Signale verwandelt. Dies mussten sie aber am nächsten Tag mit verquollenen Gesichtern und Ringen unter den Augen bezahlen ...

Am Samstagnachmittag haben einige Temperaturresistente Sternfreunde noch die umgebenden Gebirge und Pässe erkundet, und andere haben sich immer wieder aufs Zimmer abgesetzt und in Angesichts der nächsten langen Nacht präventiv noch etwas am Kopfkissen gehorcht. Am Samstagabend füllte sich der ausladende Panzerplatz wieder mit allerlei Geröhr &mdashl; bereit für die Nacht. Wie am Freitag auch, hat uns die ISS mit einem rasanten Vorbeiflug erfreut. Vom Ringplaneten Saturn in der Dämmerung bis Abell 70 in den späteren Stunden war für alle etwas dabei. Auch ein gelegentlicher Grillgeruch von den einigen anwesenden Wohnmobilbenutzern hat sich über den Platz geschlichen und kurz für Wolkenalarm gesorgt und vage Hungergefühle geweckt.

Ja, die Starparty 2012 ist wirklich gelungen. Das Wetter war perfekt und viele sind zufrieden erst am Sonntag wieder Richtung Alltag abgefahren und freuen sich sicher auf das nächste Jahr auf den 6.-8. September. Das wird nämlich sicher mindestens so gut !!

Text: Radek Chromik

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