Chlausguck am 26. November 2011 - ein kleiner Rückblick

kein Schnee, kaum Besucher aber eine tolle Nacht

Nach einigen Jahren Unterbruch fand im November 2011 wieder ein Chlausguck statt, diesmal wieder in der Nordschweiz auf der Ibergeregg in der heimeligen Sonnenhütte. Leise rieselt der Schnee und unter den Schuhen knistert es nach Winter.

Nein, der sehr trockene und milde Herbst lies die Landschaft auch in der herannahenden Nacht braun und staubig aussehen - von Schnee oder Rudolf keine Spur. Nur die hellen Planeten Jupiter und Venus leuchten fröhlich vom langsam dunkler werdenden Himmel. Also auch ohne Schnee noch ein Happyend? Nach relativ kurzer Ausschreibung fanden sich dann trotz guten Wetters aber nur eine kleine Schar Hobbyastronomen zu einem vorzüglichen Raclette ein. Vielleicht war das vorübergehend etwas bewölkte Wetter an Nachmittag schuld, vielleicht einfach nur die vielen Teleskoptreffen die es gibt, auf jeden Fall war es eine überaus gemütliche Runde, die andere am Polyball der ETH oder am "Werdendeelternabend" oder schlicht beim zügeln verpassten oder einfach nur telefonisch mal kurz dabei waren. Verpasst haben sie alle einen schönen Abend….


Zumeist alte Bekannte an Teleskoptreffen der ersten Sunde: neben mir waren (von Links nach Rechts) Bruno Bleiker, Markus Hägi (dessen Tanzhosen für den Polyball sollen laut seiner Aussage eh zu stark eingegangen sein), Sandra und Bernd Nies, Stefan Meister, Kurt Felder und die nette Wirtin.

Wie gesagt, das Raclette in der schnugeligen Hütte war vorzüglich, auch das Dessert mit warmen Apfelstrudel mit Vanillesauce liessen sich nur wenige entgehen. Die anschliessende Diät soll sich laut unbestätigten Gerüchten aber nur bis zum Frühstück gehalten haben. Nun ja, die trotz der geringen Besucherzahl überaus nette Bewirtung hielt uns nicht lange in der Sonnenhütte fest. Die Sterne lockten immer öfters den Gang nach draussen und noch zwei angereiste Sternfreunde aus dem nahen Einsiedeln ermannten sozusagen zum ernsthafteren Teil des Anlasses zu wechseln. So brachen wir dann so um neun zum Parkplatz unten bei der Passhöhe auf - Markus hat's eh schon nicht mehr ausgehalten, bezahlte freundlicherweise den Wein für uns andere und so stand sein Dobs schon fast bereit als wir unten ankamen. Ein nachträgliches Dankeschön an dieser Stelle!

Hmm, nichts mit dem gemütlichen Chlausabend mit fröhlichem Beisammensein in der warmen Stube, raus in die dunkle, sternfunkelnde Nacht:


Bruno Bleiker beim Pyjama anziehen seines Schätzchens. "Bauchfrei" geht diese Nacht aber gar nicht.


Wie sich die Teleskoplandschaft doch ändert mit den Jahrzehnten:
ausschliesslich Dobs zwischen 40 bis 50 cm Öffnung wetteifern um die Gunst der wenigen Besucher.

Die Nacht war angenehm "warm" bei deutlich mehr als Null Grad trotz der Höhe von über 1400 Meter. Der Himmel recht klar, wenn auch nicht spitzenplatzverdächtig; die mässige Luftunruhe störte aber nur die Jupiterbeobachtung. Einzig der überraschende Verkehr von Autos, überzeugend geländegängigen Motorrädern und sogar Kleinlastern auf den staubigen Wanderwegen störten unserem Frönen leicht, sonst dominierten die vielen Vergleiche in den Teleskopen der verschiedensten Objekte. So ging dann die Nacht schnell vorbei. Feines wärmte zwischendurch von Innen, die schönen Anblicke der himmlischen Objekte ebenfalls. Frost gab es nur unten im Tal, leider fehlte dort aber der obligate Nebel, der den Himmel so richtig dunkel gemacht hätte. Trotzdem wurde der Himmel im Laufe der Nacht immer klarer, was uns aber auch nicht wirklich störte.


Auch wenn zwischendurch einige Rohre verlassen wirkten, wirklich jedes Teleskop kam zu seiner Sternstunde und wusste an "seinem" Objekt die Teilnehmer zu überzeugen Der Blick des Pferdekopfnebels im DeepSky Filter war dann aber doch speziell. Im richtigen Filter konnte jedoch auch dieses Objekt überzeugen ;-)

Um drei Uhr in der Früh kam dann der Abschied der letzen und die Überzeugung, im nächten Jahr den Anlass wieder an gleicher Stelle zu organisieren hatte sich gefestigt. Der Wirtin sind wir dann wohl mehr Besucher schuldig.

geschrieben von Beat Kohler, November 2011